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LITERATUR


Mischlinge im Hundesalon

Aggression und Dominanz beim Hund

Betrachtungen zum Verstand des Hundes

Wieviel Erziehung muss wirklich sein?
Meine Hunde

Wie viel Liebe braucht der Hund?

Zwei Hunde unter einem Dach......alle Artikel Copyright Torsten Winter





Mischlinge im Hundesalon

Hundehaare wachsen, sie k?nnen lang werden oder kurz bleiben, feine Unterwolle oder kr?ftiges Stockhaar bilden, sich wellen, kr?useln oder lockig werden. Irgendwann f?llt dann jedes Haar aus. Es kann auf unserem Teppich landen, es kann aber auch im Fell bleiben, sich verknoten und verfilzen. Auch lebendiges Haar kann herrliche Knoten bilden, wenn wir unseren vierbeinigen Liebling nicht regelm??ig b?rsten oder k?mmen. Je nachdem ? denn es gibt die vielf?ltigsten Haarstrukturen in der Hundewelt. Und manchmal reicht deshalb unsere h?usliche Pflege nicht aus, um der Haarpracht unseres Hundes gerecht zu werden. Nat?rlich kann man in solchen F?llen selbst zur Haushaltsschere und zur billigen Schermaschine greifen, doch wenn der Hund wirklich von der Haut bis zu den Haarspitzen gepflegt sein und zudem anst?ndig aussehen soll, bleibt den meisten Besitzern entsprechender Hunde nur der Gang in den n?chsten Hundesalon.

Doch wer sind diese entsprechenden Hunde. Landl?ufig denken viele, dass nur ein paar wenige Rassehunde von ihren sch?nheitsverr?ckten Frauchens oder Herrchens in solche Salons gezerrt werden. Doch das ist falsch. Viele Hunde ben?tigen dringend eine regelm??ige, fachm?nnische Fellpflege.

Das Trimmen

Denken wir nur einmal an fast alle rauhaarigen, terrierartigen Hunde. Ihr Fell muss in den meisten F?llen getrimmt werden. In England hei?t ?trim" zurechtmachen oder zurechtstutzen, doch in Deutschland versteht man unter ?Trimmen", dass das gesamte tote Oberhaar mit einem stumpfen Trimmmesser oder einfach mit den Fingern herausgezupft wird. Vor allem im Fr?hjahr und im Herbst beginnen alle Hunde verst?rkt zu haaren. Doch w?hrend bei den stock-, lang und kurzhaarigen Tieren der Fellwechsel relativ von selbst geschieht ? am besten nat?rlich unterst?tzt und forciert durch h?ufiges K?mmen und B?rsten ? ben?tigen rauhaarige Hunde unsere Unterst?tzung. Das lockere, alte Oberhaar f?llt nicht von alleine aus, sondern muss ausgezupft werden. Geschieht das nicht mindestens zweimal im Jahr, ?hnelt das Tier bald einer Fellwurst. Da das Ganze auch juckt, kratzt sich das Tier, und die Haare fliegen durch die Wohnung. Es bleibt dann wirklich nur der Gang zum Friseur. Nach etwa drei Stunden, ist der Hund den st?renden Pelz los und wird sich rundum wohler f?hlen. Dass er danach friert, m?ssen wir auch nicht bef?rchten, denn es bleibt gen?gend dichte Unterwolle und das Deckhaar w?chst schnell nach.

Was einem Terrier recht ist, sollte auch jedem Mischling zugebilligt werden. Zumindest wenn sein Fell eine ?hnliche Struktur wie das der Terrier oder der Schnauzer aufweist. Wenn wir also merken, dass unser Liebling im Fr?hjahr nicht sein Fell verliert, sondern es an Volumen sogar zunimmt ? das alte Deckhaar stirbt ab und verbleibt und das neue w?chst in gleicher L?nge nach ? ist er reif getrimmt zu werden. Wenn wir unsicher sind, m?ssen wir nur mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger ohne viel Kraftaufwand am besten am R?ckenfell ein wenig ziehen. Haben wir dann ein paar Dutzend Haare zwischen den Fingern, haben wir die Best?tigung. Zugleich k?nnen wir feststellen, dass das Trimmen vollst?ndig schmerzfrei f?r den Hund ist. Wenn wir neuen Kunden in unserem Salon erkl?ren, dass ihr Liebling getrimmt werden m?sste und dass dabei die Haare ausgezupft werden, , schrecken viele zusammen. Doch die Sorge ist unangebracht ? wir haben etliche vierbeinige Kunden, die bei der zugegeben langwierigen Prozedur sogar auf dem Trimmtisch einschlafen.

So kommen viele rauhaarige Mischlinge in den Hundesalon, um sich von ihrem Haarballast befreien und auch sonst ein wenig pflegen zu lassen. Gebadet werden, d?rfen sie allerdings erst nach dem Trimmen. Das sonst recht harte Oberhaar wird zu weich und l?st sich schlechter. W?hrend Rassehunde meist entsprechend ihres Standards ? in dem alle ?u?erlichkeiten genau festgelegt sind - getrimmt werden, k?nnen Herrchen oder Frauchen von Mischlingen selbst Regie f?hren. So kann der Hund am ganzen K?rper glatt getrimmt werden, man kann das Fell an den L?ufen voller belassen, die Taille besonders betonen und einiges mehr. Nat?rlich kann man sich auch an Rassehunden orientieren und seinem Liebling zum Beispiel einen Bart und buschige Augenbrauen stehen lassen wie bei einem Schnauzer oder ein rechteckiges Gesichtsprofil wie bei einem Airedale Terrier anstreben. Einige Dinge m?ssen nat?rlich sein. So sollte die Behaarung am Po immer kurz gehalten werden, und auch die Ohren-, Schnauzen und Augengegend muss sorgf?ltig gepflegt werden. Ein guter Hundefriseur macht das sowieso und greift dabei auch bei rauhaarigen Hunden mal zu Schere und Schermaschine.

Schneiden und Scheren

Mischlinge k?nnen die unterschiedlichsten Haarstrukturen besitzen. Recht h?ufig sind Tiere mit lockigem Fell, das dem von Pudeln, Pulis oder Komondoren (ungarische Hirtenhunde) ?hnelt. Alle drei Rassen besitzen rasch wachsendes Haar, wobei die abgestorbenen Haare mit den nachwachsenden Schn?re bilden ? ?hnlich den Rasterlocken mancher Popmusiker. W?hrend besonders beim Komondor und beim Puli das lange Fell mit den Schn?ren vom Standard erw?nscht ist ? es hatte ja auch einst eine wichtige Funktion f?r diese st?ndig im Freien lebenden Hunde - , sollte ein Pudel alle sechs Wochen eine modischen Schur bekommen. Zus?tzlich muss er fast t?glich geb?rstet werden.

Wenn Sie nun einen Mischling mit Tendenz zu Rasterlocken haben, sollten Sie nicht so lange warten bis sich ?Schn?re" bilden. Das Ganze bedarf gro?er Pflege, und in meinen Augen muss unter unseren klimatischen Bedingungen kein Hund st?ndig eine solche Decke mit sich herumschleppen. Zudem bietet sie ein herrliches Revier f?r alle m?glichen Parasiten, und versuchen Sie einmal, einer Zecke auf der Haut eines Komondors habhaft zu werden. Also sollten Sie zumindest im Fr?hsommer beim Hundefriseur erscheinen und die ganze Pracht auf ein ertr?gliches Ma? k?rzen lassen. Gerade bei gro?en Hunden ben?tigt ihr Friseur dann eine wirklich gute, professionelle Scheremaschine, die stark und scharf genug ist, der F?lle gerecht zu werden, Bei der erw?nschte Haarl?nge haben Sie dann die Wahl. Scherk?pfe gibt es von 1mm bis 20 mm Schnittl?nge und die meisten Kunden w?hlen ganz vern?nftig eine L?nge zwischen 10 und 15mm. Der gesamte Hund kann nat?rlich nicht mit der Schermaschine bearbeitet werden. Zwischen den Ballen und im Gesichtsbereich wird mit der Schere gearbeitet. Manche, gute Hundefriseure schneiden zum Beispiel das Haar von Pudeln nur mit verschiedenen Scheren. So k?nnen k?rperliche Vorz?ge besonders fein herausgearbeitet werden und kleine Schw?chen kaschiert werden. Auch mit einem Mischling kann man das nat?rlich machen ? einen Brustkorb breiter, eine Taille schmaler oder einen R?cken gerader erscheinen lassen.

K?mmen, Waschen und pflegen

Auch wenn Ihr Mischling keine Veranlagung f?r Rasterlocken besitzt, aber doch ?ber eine beachtliche Haarf?lle verf?gt, k?nnen Sie ihn ein-, zweimal im Jahr scheren lassen. Besonders wichtig ist allerdings in allen F?llen, dass das Fell vor dem Scheren supergr?ndlich ausgeb?rstet und gek?mmt wird. Es macht wenig Sinn, abgestorbene Haare zu k?rzen aber im Fell zu belassen oder gar Knoten und Verfilzungen aufzuschneiden, aber nicht zu l?sen. Nur die Kombination aus dem Entfernen alles Abgestorbenen und dem K?rzen des neuen, gesunden Haares erm?glicht ein wirklich gesundes, gepflegtes Fell. So gibt es etliche Besitzer von Hunden, deren Fell dem von Collis, langhaarigen Sch?ferhunden oder Neufundl?ndern ?hnelt , die ihre Vierbeiner zwar nicht scheren lassen, aber zum gr?ndlichen Ausk?mmen in einen Hundesalon geben. Diese Prozedur ?hnelt schon beinahe dem Trimmen von rauhaarigen Hunden, man ben?tigt verschiedenste K?mme und B?rsten und das Ganze kann ein paar Stunden dauern. Wenn der Hund dann allerdings fertig ist, wissen Frauchen oder Herrchen, dass diese M?llt?te voller Haare, die vor ihnen steht, nicht mehr in ihrer Wohnung herumfliegen wird.

Nat?rlich gen?gt es nicht, seinen Hund zweimal im Jahr von einem Profi k?mmen zu lassen. Jeder Hund sollte zumindest zwei-, dreimal die Woche zu Hause gek?mmt oder geb?rstet werden. Kurzhaarige Tiere mit einer weicheren B?rste oder einem Striegel, langhaarige mit entsprechenden B?rsten und K?mmen. Doch mit einigen anderen Notwendigkeiten ist mancher Hundebesitzer ?berfordert beziehungsweise er hat aus nachvollziehbaren Gr?nden keine Lust dazu. Dazu geh?rt das Baden. Hunde sollten zwar nicht zu h?ufig gewaschen werden, aber jeder Hundebesitzer wei? es ? es gibt F?lle, da ist es unumg?nglich. Achten Sie im Hundesalon darauf, dass Ihr Liebling gr?ndlich trockengef?nt wird ? den Einsatz einer Trockenbox k?nnen Sie ablehnen.

Wichtig ist besonders bei Hunden mit l?ngerem Behang (Schlappohren), dass nicht nur regelm??ig das Ohrinnere gereinigt wird, sondern dass auch die langen Haare im Ohr und in den Geh?rg?ngen entfernt werden. Zu lange Haare haben auch nichts zwischen den Ballen unseres Hundes zu suchen; sie verklumpen leicht, und wir d?rfen uns dann nicht wundern, wenn das Tier anf?ngt zu humpeln. Auch die Krallen m?ssen bei manchen Hunden geschnitten werden. Normalerweise nutzen sie sich auf Spazierg?ngen ausreichend ab, doch wenn der Hund h?ufig auf weichem Boden l?uft oder eine Fehlstellung der Pfoten besitzt, ist das Schneiden notwendig. Besonders bei schwarzen Krallen erkennt man die Blutbahn kaum, und wenn man zu tief schneidet, blutet die Kralle ziemlich heftig. Also auch hier ist der Gang zum Hundefriseur der sicherere Weg. Um die Rundum-Pflege des Hundes abzuschlie?en, bieten viele Hundesalons auch das Ausdr?cken der Analdr?se und das Entfernen von Zahnstein an. Ganz im Trend sind heute auch Massagen und weitere Wellness-Behandlungen mit speziellen ?len und anderen Kr?uterextrakten.

?hnlich wie zu Ihrem Tierarzt sollte auch zu Ihrem Hundesalon ein Vertrauensverh?ltnis bestehen. Dabei geht es nicht nur darum, dass Ihr Liebling fachgerecht getrimmt oder geschoren und gepflegt wird, sondern auch darum, wie sich das Tier im Salon f?hlt. Nat?rlich lieben die wenigsten Hunde derartige Besuche, aber Angst brauchen sie eigentlich nicht haben, denn keine der vorgestellten Prozeduren ist schmerzhaft. Hunde lassen sich in den meisten F?llen leichter behandeln und pflegen, wenn Frauchen oder Herrchen nicht dabei sind. Doch sollte Ihnen generell verboten werden, bei der Hundepflege im Salon anwesend zu sein, k?nnen Sie ruhig hinterfragen, ob die eventuelle Angst Ihres Hundes auf eine etwas zu grobe Behandlung zur?ckzuf?hren ist. Stimmen alle Rahmenbedingungen, dann machen Sie sich von dem Glauben frei, dass nur Modefifis etwas im Hundesalon zu suchen haben. G?nnen Sie sich die Freude, einen gepflegten Hund zu besitzen und ganz vielleicht findet ja auch Ihr vierbeiniger Liebling Gefallen daran.