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LITERATUR


Mischlinge im Hundesalon

Aggression und Dominanz beim Hund

Betrachtungen zum Verstand des Hundes

Wieviel Erziehung mu? wirklich sein?
Meine Hunde

Wie viel Liebe braucht der Hund?

Zwei Hunde unter einem Dach








Aggression und Dominanz beim Hund


Mein Hund ist nicht aggressiv! Diesen Satz hört man häufig von Hundebesitzern, und wir verstehen, was damit gemeint ist. Doch wissenschaftlich betrachtet, ist diese Auskunft falsch. Jedes Tier, sei es nun ein Insekt, ein Vogel oder ein

Säugetier besitzt ein mehr oder weniger ausgeprägtes Aggressionspotential, das es ihm erm?glicht, in seiner Umwelt zu ?berleben, also sich durchzusetzen. Haustiere bilden da keine Ausnahme, und unser Hund als domestiziertes Raubtier schon gar nicht.


Mein Hund ist nicht dominant! Das h?rt man selten. Die meisten Hundefreunde w?ssten zwar, was damit gemeint ist, aber der Begriff der Dominanz im Zusammenhang mit Tieren ist relativ neu in unserem Sprachgebrauch. In der klassischen Verhaltensforschung wurde er selten genutzt, und erst der amerikanische Verhaltensforscher Edward Osborne Wilson gebrauchte den Begriff des genetisch festgelegten m?nnlichen Dominanzverhaltens im Zusammenhang von Fortpflanzungsritualen bei S?ugetieren. Das ging dann auch schon ein wenig in die Richtung, die wir meinen. Heute gebrauchen mehr Wissenschaftler den Begriff der Dominanz bei der Beschreibung des Zusammenlebens von gleichartigen Tierverb?nden. Die bekannte Verhaltensforscherin und Hundeexpertin Dorit U. Feddersen-Petersen bringt die Sache mit der Dominanz dann auf den Punkt: Sie definiert dieses Verhalten beim Hund als aktives Beschneiden von Bewegungs- und Handlungsfreiheit durch Rangh?here bei passivem Dulden durch Rangniedere. Gemeint ist damit die uns alle immer wieder besch?ftigende Frage: Wer ist der Chef im Haus? Und wer Chef ist, der billigt sich die meisten Rechte selbst zu und den ?brigen Familien- (Rudel-)mitgliedern entsprechend weniger.


Dominanz- und Aggressionsverhalten stehen nicht immer im Zusammenhang. So gibt es zwei grundlegend verschiedene Formen der Aggression. Die erste hei?t zwischenartliche Aggression und zeigt sich im Konflikt zwischen Angeh?rigen verschiedener Arten. Hierzu geh?ren Beute- und Fressverhalten sowie Verteidigung und Angriff im Zusammenhang des Territorialverhaltens. Diese Art der Aggression dient also dem Beuteerwerb und der Sicherung des ?berlebens und steht in keinem Zusammenhang mit Dominanzverhalten.

Die zweite Art, die innerartliche Aggression, schon eher. Auch hier geht es zuerst einmal um die unmittelbare Konkurrenz um Nahrung, Lebensraum oder eben Paarungspartner. Gr?nde f?r Konflikte sind hier, dass die Angeh?rigen einer Art sehr ?hnliche Bed?rfnisse haben und deshalb um diese k?mpfen. Dominanzverhalten kommt erst zum Tragen, wenn sich Tiere einer Art in einer Gruppe formieren, also zum Beispiel im Zusammenleben eines Wolfsrudels. Dann stellt sich die Frage nach den Bed?rfnissen des einzelnen innerhalb dieser Gemeinschaft und damit zwangsl?ufig die Frage nach der Hierarchie, nach der Rangordnung. Hunde sind nun unmittelbare Nachfahren der W?lfe und damit auch ausgesprochene Rudeltiere. Und auch wenn Hunde den Menschen nicht unbedingt als ihren Artgenossen sehen, erf?llen wir Menschen im Zusammenleben mit Hunde doch die Funktion des Rudels. Und ?hnlich zwangsl?ufig wie im Wolfsrudel stellt sich auch hier die Frage: Wer ist der Boss, wer besitzt welche Rechte?


Eine weitere Rolle spielen wir Menschen im sozusagen haus- bzw. menschengemachten Aggressionsverhalten von Hunden. Die Rede ist von Aggressionen beim Hund aus Angst, aus Frust oder durch gezielte Manipulation durch den Menschen. Wir werden darauf wie auf jede Art des Aggressions- bzw. Dominanzverhaltens eingehen, doch schauen wir schauen wir uns zuerst am Beispiel eines Wolfsrudels an, wie normal, also naturgegeben und notwendig das Aggressionsverhalten von Lebewesen ist.






Unter W?lfen


Der ?berlebenskampf des jungen Wolfes beginnt schon mit dem Gedr?nge und Geschiebe um den besten Platz am Ges?uge der W?lfin. Wenn sich die Augen der Jungen ge?ffnet haben, ihre Bewegungen koordinierter geworden sind und sie langsam beginnen, ihre Umwelt au?erhalb der H?hle zu erforschen, treten erste Anzeichen ihres Aggressionsverhaltens deutlich zutage. Untereinander wird &ndash nat?rlich im Spiel &ndash gerangelt und gek?mpft.. Auf Fremdes wird mit Angst, Neugier und gegebenenfalls auch schon mit Knurren und Schnappen reagiert. Davonfliegendes Laub, Federn und ?hnliches dienen ersten Jagdversuchen. damit sind auch schon die drei Hauptaggressionsmomente beim Wolf und somit auch beim Hund genannt: Aggressives verhalten untereinander &ndash es dient haupts?chlich der Festlegung der sozialen Rangordnung -; Angriffsverhalten gegen?ber Fremdem &ndash so wird das eigene Revier gesch?tzt - ; und das jagd- und T?tungsverhalten &ndash es ist f?r den Wolf unerl?sslich, um Beute aufzusp?ren, zu verfolgen und letztlich zu t?ten.


Der Jagdinstinkt geh?rt allerdings nur bedingt zum Spektrum des Aggressionsverhaltens. So zeigen W?lfe bei der Jagd und selbst beim Stellen ihrer Beute nicht das typische Verhalten, das Ausdruck besonderer Aggressivit?t w?re &ndash es sei denn, das Beutetier ist besonders wehrhaft, dann ver?ndert sich ihr verhalten und Ausdruck und spiegelt sowohl besondere Angriffsbereitschaft als auch Angst wider. Das Jagd- und T?tungsverhalten soll hier dennoch nicht ausgeklammert werden, da es im Hinblick auf den &bdquoaggressiven&ldquo Hund doch interessante Einblicke in die Verhaltensmotivation zul?sst.


W?lfe sind Raubtiere. Instinktiv werden sie motiviert, Beute zu erlegen. Doch um zu einem effektiven J?ger zu werden, m?ssen sie als intelligente Tiere noch viel lernen. Wichtig ist dabei, potentielle Beute zu erkennen. Etwa sechs Wochen alte W?lfe verfolgen jeden sich bewegenden Gegenstand von der zuckenden Schwanzspitze der Mutter bis hin zur davonfliegenden Feder. Werden sie etwas ?lter, kann es auch schon einmal ein auffliegender Vogel oder ein fl?chtendes Kaninchen sein. Der das Jagdverhalten ausl?sende Moment ist immer der gleiche: Beute ist, was sich schnell davon bewegt.


Durch das sich langsam ver?ndernde F?tterungsverhalten der W?lfin &ndash sie tr?gt ihren Jungen nun immer h?ufiger erlegte Beute zu &ndash und durch eigene Erfahrungen in der N?he des Baus wendet sich der Jagdinstinkt der Jungen immer konkreterer Beute zu. Laub und Federn werden links liegengelassen, daf?r wird nun alles schw?cher Erscheinende, Fl?chtende verfolgt. Aus dem Kaninchen kann nun auch einmal ein Hase werden und aus dem Singvogel ein Rebhuhn. Nach vielen Fehlschl?gen kommt es dann auch dazu, dass ein solches Beutetier gegriffen werden kann. Interessant ist nun, dass es dem jungen Wolf bei seinen ersten F?ngen nicht m?glich ist, die Beute zu t?ten, obwohl er von seiner Muskelkraft und seinem Gebiss dazu durchaus in der Lage w?re. Es m?ssen noch einige Wochen vergehen bis der Trieb, oder sagen wir die Aggressivit?t, hoch genug ist, um mit einigen kr?ftigen Bissen das Beutetier zu t?ten. Besondere Ausl?semechanismen sind zum T?ten dann nicht mehr erforderlich; es ist Voraussetzung zum Fressen und in manchen F?llen &ndash besonders bei gro?en Beutetieren &ndash sind die ?berg?nge recht flie?end.


Anders verhalten sich W?lfe, wenn sie &ndash was selten genug vorkommt &ndash einen Hund oder einen Kojoten t?ten. Nur in ?u?ersten Notzeiten w?rden sie diesen fressen; normalerweise lassen sie den Kadaver achtlos liegen. Der Grund ist, dass der Hund oder Kojote nicht als Beute, sondern vielmehr als Revierkonkurrent angesehen wird. Wenn ein Wolfsrudel und eine Gruppe verwilderter Hunde aufeinander treffen, zeigen weder der eine noch der andere Spuren eines Jagdverhaltens. Vielmehr wird arttypisch mit gestr?ubtem Nackenfell, aufgeregtem Gekratze auf dem Boden und mit hochgezogenen Lefzen sowie gebleckten Z?hnen gedroht. Meist wird das zahlenm??ig unterlegene Rudel dann bald die Flucht ergreifen, wobei ihre Unterlegenheit auch schon bald w?hrend der Auseinandersetzung ?u?erlich an ihrer Mimik erkennbar wird. Zwar wird geknurrt und die Z?hne werden gebleckt, doch die Ohren werden immer weiter nach hinten angelegt und verraten die aufkommende Angst. Die die Oberhand gewinnenden Hunde bzw. W?lfe hingegen zeigen den Offensivcharakter ihrer Aggressivit?t mit nach vorn gerichteten Ohren und einem den Gegner genau im Auge behaltenden Blick.


Dieses territorial motivierte Aggressionsverhalten zeigen auch W?lfe untereinander. Wolfsrudel grenzen ihre Reviere akustisch &ndash durch Heulen &ndash und olfaktorisch &ndash also durch &bdquoDuftmarken&ldquo &ndash voneinander ab. Da eventuelle Revierk?mpfe, wenn es einmal dazu kommt, recht blutig bis hin zu Todesfolgen ausgetragen werden k?nnen, sind die Rudel im allgemeinen darum bem?ht, nicht aufeinander zu treffen. So entsteht zwischen den einzelnen Revieren eine Art Niemandsland, das wiederum von ausgesto?enen W?lfen zum Aufenthalt genutzt wird. Diese Einzelg?nger &ndash meist recht junge Tiere, die noch keinen Platz in der Rudelhierarchie gefunden haben, oder ehemalige, nun unterlegene Alphatiere &ndash sind meist bem?ht, wieder Anschluss an ein Rudel zu finden. Die Bereitschaft seitens des Rudels, solche Au?enseiter zu integrieren, h?ngt stark von der Rudelgr??e und vom gerade vorhandenen Nahrungsangebot ab. Ist das Beuteangebot gut ist die Bereitschaft zur Aufnahme generell gr??er als zu Hungerzeiten. Sind die potentiellen Beutetiere eher klein &ndash etwa bis zur Gr??e eines Rehs &ndash werden nicht mehr als sieben bis acht Tiere im Verband geduldet werden. Werden dagegen gro?e Tiere, wie Hirsche oder gar Elche erbeutet, ist ein gr??erer Rudelverband jagdtechnisch von Nutzen. Und nat?rlich s?ttigt ein sechs Zentner schwerer Elch auch mehr Tiere als ein zwanzig Kilo schweres Reh. Allerdings wird ein Wolfsrudel nie mehr als zwanzig Mitglieder aufweisen; Berichte von weitaus gr??eren Rudeln, die zur Winterzeit Mensch und Tier angegriffen haben sollen, sind mehr als unwahrscheinlich.


Wenn nun fremde W?lfe aufeinander treffen, ist es interessant, dass die rangniederen und jungen W?lfe mit freundlicher Neugier reagieren. Die rangh?heren und insbesondere die Alphatiere hingegen zeigen sich in den meisten F?llen aggressiv und rei?en damit dann die restlichen Rudelmitglieder mit.. Als besonders angriffslustig erweist sich hier die Alpha-W?lfin, die kaum ein weiteres weibliches Tier im Rudel dulden wird. Die Alpha-W?lfin ist auch das einzige Weibchen im Rudel, das Nachwuchs bekommt. Wenn ein weiteres weibliches Rudelmitglied Junge werfen sollte, werden diese von ihr umgehend get?tet. In Ausnahmef?llen werden allerdings die Jungen der eigenen Tochter geduldet; meist werden diese Welpen dem eigenen Wurf hinzugef?gt.


Um in der Rangordnung zum Alphaweibchen aufzusteigen, muss eine W?lfin einen harten und gef?hrlichen Weg durch die weibliche Hierarchie des Rudels gehen. Erste wirklich aggressive Auseinandersetzungen beginnen mit dem Einsetzen der Geschlechtsreife, und sie erreichen ihren H?hepunkt, wenn die meisten W?lfinnen des Rudels l?ufig geworden sind. Es kommt dann zu ernsthaften K?mpfen ohne jede Bei?hemmung. Die Stellung der Alpha-W?lfin ist nach solchen K?mpfen meist ?ber einen l?ngeren Zeitraum recht gefestigt. Bei den rangniederen Weibchen ist die Hierarchie instabiler, und es kommt h?ufig zu kleineren, sozial motivierten Bei?ereien. Bei all diesen K?mpfen ist es nicht selten, dass mehrere Tiere gegen ein einzelnes Rudelmitglied Stellung beziehen.



Die Machtk?mpfe bei den R?den verlaufen?hnlich wie bei den weiblichen Rudelmitgliedern. Beim Spiel wird immer h?ufiger kr?ftig zugepackt, mit gestr?ubtem Nackenfell sowie gefletschten Z?hnen wird gedroht und manches Mal auch zugeschnappt. Hat sich dann in der unteren Hierarchie ein R?de als besonders dominant erwiesen, wird er irgendwann beginnen, seine Unterw?rfigkeit gegen?ber dem Alpha-R?den aufzugeben. Sein Benehmen diesem gegen?ber wird zunehmend dreister, und eines Tages kommt es auch hier zum Ernstkampf, der ?hnlich unerbittlich wie bei den Weibchen ausgefochten wird. Bisse mit verletzendem Bei?sch?tteln k?nnen zu erheblichen Verletzungen f?hren. Demutsgesten, die in anderen K?mpfen sofort akzeptiert w?rden, w?ren in solchen Situationen f?r den unterlegenen Wolf v?llig sinnlos und zudem gef?hrlich. Helfen tut hier nur heftiges Defensivverhalten und, wenn m?glich, die Flucht. Derart heftiges, sozial motiviertes Aggressionsverhalten ist bei W?lfen selten. Ist die Rangordnung gekl?rt bestimmen eher kleine Hierarchierangeleien den w?lfischen Alltag, wobei allerdings die Rolle der beiden Alpha-Tiere nicht in Frage gestellt wird. Die meiste Zeit ist man im ?brigen bem?ht, einen generellen Frieden im Rudel zu halten. Auch den Alpha-Tieren ist diese Harmonie wichtig, und sie demonstrieren deshalb auch nicht bei jeder Gelegenheit ihre Macht.


Auseinandersetzungen um die Rangordnung kosten die W?lfe eine Menge Kraft und sind nicht ungef?hrlich. Dennoch sind sie notwendig, damit nur die physisch und mental st?rksten Tiere ihre Erbanlagen weitergeben k?nnen. Geht es zum Beispiel ums Fressen ist das Aggressionsverhalten schon erheblich gemindert. Bei gro?en Beutest?cken fressen alle W?lfe recht friedlich nebeneinander, je kleiner allerdings die Beute wird, um so heftiger wird sie gegen andere Rudelmitglieder verteidigt. Hier scheint auch die ?bliche Rangordnung eine untergeordnete Rolle zu spielen; Hauptmotivation f?r besonders heftiges Verteidigen der Beute ist vielmehr der Hunger bzw. die Fressgier des einzelnen Wolfes. So k?nnen auch einmal j?ngere, in der Rangordnung niedriger stehende Tiere einem ansonsten dominanten Wolf einen fetten Happen streitig machen, wobei Jungw?lfe in ihren ersten Lebensmonaten ganz besondere Vorrechte genie?en.


Unter Hunden


Jahrtausende lange Pr?gung durch den Menschen, selektive und z?chterische Eingriffe durch diesen sowie spezifische Umwelteinfl?sse haben das Aggressionsverhalten des Hundes differenzierter und f?r uns h?ufig undurchschaubarer gemacht als das seines Ahnherrn, des Wolfes. Auch ein in Freiheit geborener Wolf, der in Gefangenschaft ger?t, reagiert nicht mehr in Aggressionssituationen vor allem triebmotiviert, also so, wie er sich in der Wildnis innerhalb eines intakten Rudels verhalten w?rde. Dennoch lassen sich beim gefangenen Wolf genau wie bei unseren Hunden bei genauerem Hinsehen oder besser beim Zusammenleben mit ihnen, ?hnliche oder gleiche Grundmotivationen f?r ein Aggressionsverhalten erkennen wie bei freilebenden W?lfen. Ist diese Grundstruktur erst einmal erkannt &ndash das hei?t wir verstehen, warum unser Hund den Jogger als fliehende Beute und den Brieftr?ger als Reviereindringling ansieht &ndash l?sst sich vieles im Umgang mit unserem Vierbeiner leichter handhaben und regulieren. Auch Abweichungen von der Norm bis hin zum neurotischen Verhalten werden erkennbar und k?nnen so h?ufig behoben werden.


Der Jagdtrieb


Hundewelpen lieben es, davon rollenden B?llen, weggezogenen T?chern, Seilen und Hausschuhen hinterherzulaufen, sich in sie zu verbei?en und sie zu sch?tteln. Der Antrieb dazu ist der gleiche wie bei den jungen W?lfen: Ihr Beutetrieb wird von allem geweckt, was sich schnell von ihnen fortbewegt. Ein herrliches Spiel ist es, wenn Herrchen oder Frauchen weglaufen, und der Kleine sie dann fangen darf. Gegen derartige Spiele ist auch nichts zu sagen, nur muss der Hund m?glichst bald lernen, wie weit er bei diesen Spielen gehen darf. Selbst der stolzeste Hundebesitzer wird es kaum sch?tzen, wenn seine Kleidung zerrissen wird oder er gar blutige Kratzer von dieser Herumtollerei davontr?gt. ?brigens spielt in solchen f?llen auch das mehr oder weniger ausgepr?gte und sich entwickelnde Dominanzverhalten des Hundes eine recht bedeutende Rolle. Dazu aber sp?ter mehr Auf jeden fall muss der Kleine lernen, wann endg?ltig Schluss ist &ndash ein energisches &bdquoAus!&ldquo m?sste hier reichen - , und dass nicht jedermann in dieses Spiel miteinbezogen werden darf und will. Konsequente Erziehung ist gefragt, wenn man sp?ter nicht einen Hund haben will, der jeden Radfahrer und Jogger als potentielle Beute ansieht. Wenn wir hier etwas in der Erziehung vers?umt haben, d?rfen wir unserem Hund keine Vorw?rfe machen. Er folgt nur seinem angeborenen Jagdinstinkt, reagiert also auf den ausl?senden Reiz des Davonlaufenden, des vor ihm anscheinend Fliehenden.


Dieser Antrieb zum Hinterherjagen ist bei manchen Rassen sehr stark ausgepr?gt, und es ist deshalb ?u?erst wichtig, gerade Kindern einzusch?rfen, in Gegenwart von Hunden nicht zu wild herumzutollen und auf keinen Fall vor ihnen wegzulaufen. Auch als Jogger oder Radfahrer ist man gut beraten, wenn man sein Heil nicht in der Flucht sucht, sondern stehen bleibt und ruhig oder &ndash wer es kann &ndash auch energisch auf den hinterhergelaufenen Hund einredet.


In sehr seltenen F?llen kann anf?nglich jagdlich motiviertes Aggressionsverhalten auch zu schweren Unf?llen f?hren. Der genaue Ablauf wird selten bis ins Detail gekl?rt, doch ausl?sender Moment war wohl immer, dass ein Mensch f?r den Hund durch bestimmte Bewegungsabl?ufe &ndash insbesondere Laufen, Stolpern und Hinfallen &ndash zum Beuteobjekt wurde. Wenn man einmal wirklich in die Lage kommen sollte, von einem Hund derart angegriffen zu werden, und man k?rperlich &ndash und das sind bei einem gro?en Hund die allerwenigsten &ndash nicht dazu in der Lage ist, ihn abzuwehren, sollte man es dann auch nicht probieren und nicht schreien. Jede Bewegung und jede schrille ?u?erung steigern das Angriffsverhalten, das hei?t, das auch bei diesem Hund noch vorhandene Hemmzentrum wird immer weiter inaktiviert. Durch solche wirklich seltenen, auch h?ufig von der Presse hochstilisierten und ohne Hintergr?nde dargestellten Vorkommnisse sollte man sich als Besitzer eines normalen Hundes nicht verunsichern lassen. Wie Anormalit?ten sich entwickeln und zeigen k?nnen, wird Thema des letzten Kapitels dieses Artikels sein.


Es ist richtig, Kinder sollte man generell nie unbeaufsichtigt mit Hunden spielen lassen. Andererseits spielen unsere kleinen Kinder tagt?glich mit unseren gro?en Hunden im Garten. Sie laufen an ihnen vorbei, sie laufen vor ihnen weg und sie fallen h?ufig hin. Die Hunde l?sst das v?llig unber?hrt, von einer Aktivierung des Jagdtriebes - ?ber den sie ohne Zweifel in ausgepr?gter Form verf?gen - keine Spur. Sie wissen einfach, dass es sich um unsere, um ihre Kinder handelt, und die werden besch?tzt und nicht etwa gejagt. ?hnlich reagieren bestimmt 95% aller Familienhunde. Sie sind nun mal keine nur zwanghaft auf Schl?sselreize reagierenden Wesen, sondern &ndash und ich benutze den Ausdruck bewusst &ndash intelligent genug, zu differenzieren, also Spiel von Ernst und Mensch von Kaninchen zu unterscheiden.


An anderen Tieren ist eigentlich jeder Hund jagdlich interessiert. Kein Chihuahua kann widerstehen, einen Schwarm Stadttauben aufzumischen, keinen Zwergpudel l?sst die vorbeih?pfende Amsel ruhig auf seinem Platz verharren und wenn sich die Gelegenheit bietet, wird auch einmal hinter einem Hasen, einem Reh oder gar einem Pferd oder Rind hinterhergerannt. Interessant ist dabei allerdings, dass die meisten Hunde sich zwar dem reiz des Davonlaufenden nicht entziehen wollen oder k?nnen, aber ihr Jagdvorhaben dann doch nicht bis zur letzten Konsequenz durchziehen. K?rperlich w?ren fast alle Hunde in der Lage, zum Beispiel ein junges Kaninchen oder eine Stockente zu erjagen. Doch bei den meisten bleibt es beim Hinterherlaufen und bei angedeuteten Fangversuchen. Die wirkliche Motivation zum Greifen und tot Bei?en fehlt. Es ist also ?hnlich wie bei den jungen W?lfen; es fehlt der Ernstbezug beziehungsweise die Ausl?semechanismen zum T?ten sind nicht mehr vorhanden. Die Domestikation des Hundes und die damit einhergegangene Ausmerzung unerw?nschter Verhaltensweisen hat also dazu gef?hrt, dass die meisten unserer Hunde zumindest im Hinblick auf ihr jagdliches Verhalten auf der Stufe eines Jungwolfes stehen geblieben sind.

Bei einigen Rassen, besonders bei den Jagdhunden, wurden vom Menschen zwar einige Sequenzen des normalen Jagdverhaltens ausgesondert, andere hingegen aber besonders gef?rdert. Vorstehhunde zum Beispiel d?rfen dem J?ger die m?gliche Beute &ndash wenn es sich um Federwild handelt &ndash eben nur durch Vorstehen anzeigen, und nach dem Schuss m?ssen sie sie unversehrt apportieren. Andererseits wird gro?er Wert darauf gelegt, dass sie Raubwild gezielt packen und sofort tot sch?tteln. Bei anderen Rassen, wie Jagdterriern und Teckeln, ist das jagdliche Aggressionsverhalten st?rker als beim Wolf ausgepr?gt. Ohne R?cksicht auf eigene Verluste &ndash was es beim Wolf nie g?be &ndash st?rzen sich solche Hunde auch auf sehr wehrhaftes Wild wie F?chse, Dachse und selbst Wildschweine. Durch gezielte Selektion ist bei diesen Rassen ein wichtiger Hemmfaktor im Bezug auf das jagdliche Verhalten verlorengegangen: die Angst. Solche Hunde sind auch in allt?glichen Situationen recht angriffslustig. Raubwildscharfe Vorstehhunde zeigen h?ufig in der Schutzhundausbildung eine ausgepr?gte Mannsch?rfe, und Terrier und Teckel stehen nicht umsonst im Ruf, Raufbolde zu sein. Nat?rlich gibt es neben den Jagdhunden noch andere Rassen, die ein ausgepr?gtes Jagdtrieb besitzen. Dieser Trieb ist h?ufig st?rker als jeder gehorsam, und die Besitzer solcher Hunde &ndash es k?nnen Sch?ferhunde, Huskies, Mischlinge und viele andere mehr sein &ndash tun gut daran, ihren Vierbeiner in Wald und Flur an der Leine zu halten.


Hunde mit solch ausgepr?gtem jagdlich motivierten Aggressionsverhalten laufen auch nicht nur kl?ffend hinter Katzen her, sondern sie sind leider auch h?ufig in der Lage, diese trotz heftiger Gegenwehr zu packen und tot zu sch?tteln. Sie verhalten sich dabei ?hnlich wie W?lfe, die einen Schakal, Kojoten oder Luchs t?ten. Die Katze ist hier nicht Beute, sondern Gegner, der durch sein Verhalten und/oder durch sein Eindringen in das enger oder weiter gesteckte Revier des Hundes bei diesem ein &bdquoFeinbild&ldquo-Schema ausl?st. Wenn die Katze dann auch noch fl?chtet, kommt nat?rlich zus?tzlich der normale Jagdinstinkt des Hundes hinzu. Die h?ufig angef?hrten Verst?ndigungsschwierigkeiten zwischen Hund und Katze, dass also der Hund das Abwehrverhalten der Katze &ndash ihr Buckeln und Schwanzschlagen - als Spielaufforderung missversteht und so erste leidvolle, ihn pr?gende Erfahrungen macht, m?chte ich als Ursache f?r das missliche Verh?ltnis zwischen diesen beiden Haustieren ausschlie?en. Ich zumindest kenne keinen noch so unerfahrenen Hund, der meint, dass eine angriffsbereite, fauchende Katze mit ihm spielen m?chte. Vielmehr erkennt er in ihr das Raubtier, den Jahrtausende alten Konkurrenten um Revier und Nahrung und vielleicht auch den Nebenbuhler um die Sympathie des Menschen. Dass beide aber auch anpassungs- und lernf?hig genug sind, sich gegenseitig unter der Obhut des Menschen zu tolerieren und sogar gut zu verstehen, zeigt wieder einmal, dass sie keine nur blindlings auf Triebe und Instinkte hin reagierenden Wesen sind.


Das Revierverhalten


Seit alters her hat sich der Mensch die Wachsamkeit des Hundes, also sein territorial bedingtes Aggressionsverhalten, zu Nutze gemacht. ?hnlich wie der Wolf besitzt n?mlich fast jeder Hund ein ausgepr?gtes Revierverhalten, und die meisten sind auch bereit ihr Refugium zu verteidigen. Art und Heftigkeit dieses Abwehrverhaltens sind allerdings abh?ngig von der Individualit?t des Hundes, seinem jeweiligen Aggressionspotential, von der Beschaffenheit des &bdquoReviers&ldquo und vom Auftreten des Eindringlings. Einige Hunde begr??en sogar jeden Fremden mit Schwanzwedeln und freudigem Anspringen. Ihr Territorialverhalten ?hnelt so dem eines jungen Wolfes, der auch jeden rudelfremden Wolf mit neugieriger Erwartung begegnet.


Die meisten Hunde bellen, wenn sich ein Unbekannter ihrem Terrain n?hert. Hier bewahrheitet sich in den meisten F?llen der Satz: &bdquoHunde, die bellen, bei?en nicht&ldquo. Ausnahmen gibt es dennoch h?ufig genug, denn ausl?sender Moment f?r das Bellen ist oft auch Angst, und je bedrohlicher eine Situation f?r den Hund erscheint, um so eher ist er auch bereit zuzubei?en. Man sollte sich also nicht auf das Sprichwort verlassen. Gef?hrlicher sind allerdings Hunde, die ohne Vorwarnung zubei?en. Solche Hunde geh?ren h?ufig zu den auf starken Aggressionstrieb hin gez?chteten. Dass der Mensch neben seinem &bdquoz?chterischen Bem?hen&ldquo auch in Haltung und Ausbildung noch sein ?briges dazu tut, soll an sp?terer Stelle noch angesprochen werden. Auf jeden Fall geht auf das Konto dieser ?beraggressiven Hunde &ndash oder besser auf das ihrer Besitzer &ndash ein Gro?teil der ?bel ausgehenden Ungl?cksf?lle. Bei einem normalen Hund bietet sicheres, ruhiges Auftreten einen gewissen Schutz. Personen, die sich ?ngstlich zeugen oder gar versuchen, die Flucht zu ergreifen, sind eher gef?hrdet. Das beruflich bedingte hastige Erscheinen und Verschwinden von Postboten ist somit sicher auch ein Grund f?r die besondere Gef?hrdung dieser Berufsgruppe durch Hundeangriffe.


W?hrend ein Wolf ein recht gro?es Revier als sein eigen betrachtet, besitzen die meisten Haushunde notgedrungen ein anderes Territorialverhalten. Da gibt es einmal das sehr eng gesteckte Revier &ndash also die Wohnung, den Garten oder das eingez?unte Gel?nde. Hier ist der Hund am ehesten bereit, dieses Gebiet zu verteidigen. Auf seinen Spazierg?ngen mit uns ist er dann bem?ht, ein weiteres, gr??eres Areal zumindest als seinen Zust?ndigkeitsbereich zu betrachten. R?den und manche dominante H?ndin heben hier ihr Bein bzw. markieren &ndash beim Wolf ein klares Zeichen des Revierabsteckens &ndash , und generell zeigen sie auf diesem Terrain ein gr??eres Selbstbewusstsein als an ihnen fremden Orten, zumal, wenn diese von vielen Artgenossen frequentiert werden. Ob im Urlaub am Hundestrand, auf allen Hunden der Stadt zug?nglichen Hundewiesen oder auf Hundeausstellungen, die weitaus meisten Hunde sind hier friedlicher als in ihrer eigenen, engeren Umgebung. N?tiges Selbstvertrauen sch?pft ein Hund an solchen Orten nur aus der Gegenwart seines Herrchen oder Frauchens, wobei das An-die Leine- oder Hochnehmen im Bezug auf die Aggressionsbereitschaft mindestens wie ein Revierersatz wirkt.


Wenn Hunde von der Leine gelassen werden, zeigen sich die meisten wesentlich friedlicher als angeleint. ?hnliches l?sst sich an Gartenz?unen beobachten, die zwei rivalisierende Hunde voneinander trennt. Solange der Zaun keine direkte Konfrontation zul?sst, wird von beiden Seiten ein H?llenspektakel veranstaltet. Interessant und f?r den Betrachter am?sant wird das ganze, wenn die beiden Hunde dann zuf?llig an ein Loch im Zaun oder an eine ge?ffnete Gartenpforte geraten. Entweder wird hier kehrt gemacht und unter w?tenden Drohen begibt man sich wieder in die alte Richtung oder die ?ffnung wird geflissentlich ?bersehen und l?ngs des nun beginnenden Zaunst?ckes geht das Geknurre und Gebelle weiter. Immer vorausgesetzt, dass es sich um Hunde mit einem normal entwickelten Aggressionspotential handelt, w?rde eine Begegnung dieser beiden Hunde am n?chsten Tag auf offener Stra?e ganz anders verlaufen. Ohne den rettenden Zaun w?rde man sich entweder weitgehend ignorieren oder sich nach strengem Hunderitual distanziert, und dabei als R?de st?ndig das Bein hebend, begr??en. M?glich ist, dass man sich dabei auch n?her kommt und ausgiebig, besonders an der Hinterfront beschn?ffelt. Ist man sich sympathisch, steht eigentlich nun einem gemeinsamen Herumtollen nichts mehr im Wege. Ist die gegenseitige Zuneigung weniger gro?, str?ubt sich das Nackenfell, die Rute wird mehr oder weniger steil nach oben gerichtet, es wird geknurrt und die Z?hne werden gebleckt. Meist zieht sich dann einer der Hunde m?glichst w?rdevoll zur?ck, zum Beispiel indem er dem dr?ngenden Ruf seines Herrchen oder Frauchens folgt.. Kommt es doch zu einem Kampf ist dieser weniger territorial motiviert, sondern er dient mehr der Festlegung der augenblicklichen und zuk?nftigen Rangposition innerhalb des Gebietes, das beide Hunde nun einmal miteinander teilen m?ssen.




Das Dominanzverhalten


Es w?re falsch, dominantes Verhalten generell mit aggressiven Verhalten gleichzusetzen. Richtig ist allerdings, dass der Status der Dominanz h?ufig durch aggressives Verhalten erlangt wird. Weiterhin ist es m?glich, dass ein dominantes Tier aufgrund seiner hohen Position andere aggressiv bedr?ngt und einsch?chtert. Das wissen viele Hundehalter, und sie treibt nun die tiefe Sorge, dass es sich auch bei ihrem Hund um ein solch dominantes Tier handeln k?nnte, das sich zum Boss ?ber die gesamte Familie erheben m?chte. Vorbeugen ist besser als zu unterliegen, und so werden heute schon die kleinsten Anzeichen sich abzeichnender Dominanz mit Argwohn be?ugt. Schauen wir uns also diese Dominanzsymptome beim Hund einmal an, um das Ganze diagnostizieren zu k?nnen und gegebenenfalls zu therapieren.


Vorab sei aber wieder ein kurzer Blick in das Sozialverhalten von W?lfen erlaubt. Ein Wolfsrudel ist nat?rlich hierarchisch gegliedert, An der Spitze stehen das weibliche und das m?nnliche Alphatier, was nicht verwundert, da diese in den meisten F?llen auch die Eltern der restlichen W?lfe sind. Ein normales Rudel besteht n?mlich im Normalfall aus drei Generationen: den Jungen des diesj?hrigen Wurfs, den Einj?hrigen und den Elterntieren. Da die einj?hrigen W?lfe schon geschlechtreif sind, leben sie nur noch auf Abruf im Rudel. Sexuelle Ann?hrungen untereinander oder zu den Elterntieren werden nicht geduldet. Irgendwann verlassen deshalb die nun fast erwachsenen W?lfe mehr oder weniger freiwillig das Rudel und versuchen in anderen Revieren eine eigene Familie zu gr?nden.


Solange alle im Rudel zusammenleben, gelten bestimmte Regeln und Privilegien. Diese werden allerdings nicht so rigoros gehandhabt, wie mancher annehmen mag. Nat?rlich bestimmen, die Leittiere, wann zur Jagd aufgebrochen wird. Sie geben auch die Jagdstrategie vor und wenn endlich eine Beute erlegt wurde, haben sie auch das Recht, als erste zu fressen. Wenn gelagert wird, steht ihnen, am liebsten inmitten des Rudels, ein, h?ufig erh?hter Platz zu. Und wenn sie ihn aufsuchen oder verlassen, sollten die anderen Tiere den Weg frei machen. Kommt es zu Konflikten, zeigt der Rangh?here dem Rangniedrigeren unter anderem durch Kopfauflegen, durch einen scharfen Blick, durch kurzes Knurren oder durch ein Rempeln mit der Breitseite, wer der Boss ist. Gibt der andere nicht klein bei, kann das ganze auch eskalieren. Der Schw?chere wird auf den Boden geworfen oder w?lzt sich selbst auf den R?cken und zeigt alle nur m?glichen Demutsformen, w?hrend der St?rkere ihn mit seinem K?rper und mit gebleckten Z?hnen am Boden h?lt.


Doch solche Szenen sind selten. Der b?se Wolf ist gar nicht so b?se, sondern viel eher um Frieden und Harmonie bem?ht. Manch einer w?rde sich die Augen reiben, wenn er s?he, was sich ein Alphawolf alles aus Bequemlichkeit oder eben aus diesem Harmoniebed?rfnis heraus bieten l?sst. Zur Jagd wird aufgebrochen, wenn der Magen sich meldet, und auch die j?ngeren W?lfe k?nnen dies sicherlich unmissverst?ndlich kundtun. Wer den gr??ten Hunger hat, darf h?ufig auch als erster fressen und wer m?de ist, legt sich dorthin, wo es ihm passt. Besonders die ganz jungen W?lfe genie?en bei dem Kampf um die besten Pl?tze bestimmte Privilegien, und manch Alphawolf r?umt lieber entnervt das Feld, als sich von seinen Kindern drangsalieren zu lassen. Ernst wird die Sache eigentlich immer nur dann, wenn die Position des Leittieres eindeutig in Frage gestellt, wenn also offener Widerstand geleistet wird. So etwas kann sich kein Alphatier erlauben und entsprechend hart wird dann auch reagiert. Ich bin sicher, dass der Grad der Duldsamkeit genau wie die Heftigkeit der Sanktionen vom individuellen Wesen des einzelnen Tieres abh?ngen. Es wird in Wolfsrudeln Tyrannen geben und eben auch friedfertige, souver?ne Leittiere.


Kehren wir zu unseren Hunden zur?ck. Auch hier k?nnen wir sicherlich dominantes Verhalten nicht nach Schema F erkennen und abhaken. Streng genommen zeigt unser Hund schon dominantes Verhalten &ndash parallel zum Verhalten der W?lfe &ndash wenn er:

- gern auf unseren Lieblingspl?tzen wie Sofas, Sesseln oder Betten liegt.

- uns mit Schnauzenst??en oder Kinnauflegen anzeigt, dass er gestreichelt werden, spazieren gehen, spielen oder fressen m?chte.

- beim ?ffnen der Haust?r vor uns hinausdr?ngt und bei der R?ckkehr als erster die Wohnung betritt.

- w?hrend des Spazierganges an der Leine zieht und unangeleint gern seine eigenen Wege geht.

- vor unseren Mahlzeiten sein Fressen einfordert

- beim Spielen gern gewinnt

- bei andern Hunden und/oder Menschen aufreitet (scheindeckt).


Das sind die in der heutigen Fachliteratur am h?ufigsten genannten ersten Symptome des Dominantverhaltens. Hinzu kommen sicherlich noch genereller Ungehorsam, Frechheiten wie das Bei?en in die Leine, das dickfellige Herumstehen in der Wohnung ohne den Menschen auf ihrem Weg auszuweichen und ?hnliches mehr.


Aus der Erfahrung mit meinen Hunden heraus kann ich sagen, dass ich es bisher nur mit sehr dominanten Vertretern ihrer Art zu tun hatte. Zum Beispiel mein Riesenschnauzer Artus erf?llt fast alle der genannten Kriterien. Er darf allerdings nicht in unserem Bett schlafen und er versp?rt nicht das Bed?rfnis, bei anderen Hunden oder Menschen aufzureiten. Ich bin mit dieser Situation insgesamt recht zufrieden, da ich einen Hund m?chte, der mir seine W?nsche kundtut und mir so sein Wesen offenbart. Ich verstehe andererseits auch jeden Menschen, der ganz andere Vorstellungen vom Zusammenleben mit Hunden hat. Und hier liegt der springende Punkt. Nat?rlich muss sich jeder Hund den W?nschen seines Menschen, seines Alphatieres, seines Rudelf?hrers f?gen. Aus der Sicht des Hundes ist es vollkommen verst?ndlich, dass er gern auf dem bequemen Sofa liegt und dass er m?glichst schnell sein geliebtes Fressen bekommt. Aber wenn sein Mensch es anders m?chte, muss der Hund gehorchen. Sprich: Wenn ich auf die Couch m?chte, auf der mein Artus gerade liegt, muss er weichen. Freiwillig und schnell &ndash das ist selbstverst?ndlich. T?te er es nicht, w?rde er sich streuben oder mich gar anknurren oder nach mir schnappen, h?tte ich ein ernsthaftes Problem &ndash auf das im weiteren noch eingegangen werden wird &ndash und Artus h?tte zumindest bewiesen, dass er ein wirklich dominanter Hund ist, der bereit ist, auch sein Aggressionspotential mit ins Spiel zu bringen.


So muss jeder Hundebesitzer wissen, was er von seinem Hund m?chte. Wen es nicht st?rt, dass sein Hund vor ihm aus der T?r st?rmt, der sollte ihn doch lassen. Es ist ja auch ein Zeichen, wie gern der Hund mit uns spazieren geht. Und wer seinen Hund zuerst f?ttert, bevor er sich zu Tisch begibt &ndash gem?? dem alten Western-Motto: Zuerst das Pferd und dann der Cowboy &ndash muss in meinen Augen auch nicht ob seiner Position gegen?ber dem Tier beunruhigt sein. Der Spa? endet allerdings dann, wenn der Hund beginnt, in unserer Gegenwart Lebensmittel zu stehlen, sie Kindern aus der Hand zu rei?en oder gar sich am Tisch selbst zu bedienen. Wer jetzt nicht in der Lage ist, seinen Hund so ordentlich zusammen zu stauchen, so dass dieser froh ist, wenn er am n?chsten Tag wieder sein Futter im Napf findet, ist als Hundehalter kaum geeignet. Dasselbe gilt bei der ?berschreitung aller Grenzwerte. Ind diese Grenzen legen wir fest. Wenn wir unseren Hund vom Tisch f?ttern m?chten &ndash ok. Wenn wir nicht mal zulassen, dass er w?hrend unseren Mahlzeiten das Esszimmer betritt &ndash auch ok. Vergleichbare Regeln gelten bei unseren Spazierg?ngen, beim gemeinsamen Spiel usw. Das Aufreiten lassen sollten wir unseren Hund allerdings bei keinem Menschen gestatten. Es ist eine klare Dominanzgeste von h?ufig nicht sehr selbstbewussten Hunden, die sich einen noch Schw?cheren suchen &ndash zum Beispiel Kinder - , um zumindest bei diesen ihre ?berlegenheit zu demonstrieren. Eine weitere Ursache f?r das Scheindecken kann allerdings auch eine ausgesprochene Hypersexualit?t sein; was f?r uns wiederum kein Grund ist, das Ganze zu akzeptieren.


Wie gesagt, wir m?ssen keine Unart tolerieren. Und wer bef?rchtet, dass er mit einem selbstbewussten, selbst agierenden Hund nicht klar kommt, der kann von vornherein Zeichen setzen, die dem deutlich machen, wo der Hase lang l?uft. Manche Experten empfehlen zur Dokumentation der erw?nschten Hierarchie:

- den Hund nach unserer Mahlzeit zu f?ttern (gem?? der Annahme, dass immer zuerst die Alpha-W?lfe fressen)

- grunds?tzlich vor unserem Hund aus der Haust?r zu treten (wir bestimmen, wann zur Jagd aufgebrochen wird)

- der Hund muss uns immer aus dem Weg gehen und wir steigen nie ?ber ihn (Alpha-W?lfe haben immer Vortritt)

- unsere Lieblingspl?tze wie Sofa, Sessel oder Bett sind f?r den Hund tabu (nur Alpha-W?lfe haben Anspruch auf solche Pl?tze)

- wir setzen uns demonstrativ in sein K?rbchen (Alpha-W?lfe d?rfen alles)

- w?hrend des Spazierganges sollten wir h?ufiger abrupt die Richtung wechseln und der Hund muss uns folgen ( den Weg bestimmt immer der Alpha-Wolf)

- beim Spielen gewinnen wir und wir bestimmen, wann das Spiel zu Ende ist (Alpha-W?lfe gewinnen immer)

usw. usw.


Manche der Experten wollen uns in diesem Zusammenhang auch klarmachen, dass Kinder in der Familienhierarchie ?ber dem Hund stehen. Das ist Unsinn und ein Rat, der gef?hrlich enden kann. Kein erwachsener Hund wird Kinder unter zehn Jahren als ?ber ihm stehende, ihn dominierende Familienmitglieder ansehen. Kinder sind ihm von der K?rper- und Willenskraft her deutlich unterlegen. Dass er sich dennoch mit ihnen arrangiert, mit ihnen spielt und sie gegebenenfalls auch besch?tzt, liegt einerseits wirklich in seinem w?lfischen Erbe begr?ndet. Wer einmal gesehen hat, wie tolerant erwachsene W?lfe den Unsinn der Welpen erdulden, wei?, wovon ich rede. Andererseits sind unsere Hunde nat?rlich auch intelligent und feinf?hlig genug, um zu erkennen, welchen generell hohen Stellenwert die Kinder innerhalb der Familie besitzen. Was Herrchen und Frauchen wichtig ist, ist auch ihm teuer. Wenn allerdings den Kinder beigebracht wird, dass sie aus ihrer Position als Mensch heraus auch automatisch der Chef des Hundes sind, kann das sehr schief gehen. Auch Kinder wollen Macht ausleben, und sie tun das manchmal auf sehr herrische bis grausame Art. Die meisten Hund sind Kindern gegen?ber wirklich sehr duldsam, aber irgendwann rei?t jede Hutschnur. Da Hunde nicht reden k?nnen, wird geknurrt oder auch einmal geschnappt und dann ist das allgemeine Geschrei gro?. Ich habe unseren Kindern immer gesagt, dass sie die Freunde der Hunde sind und nicht ihr Boss. Das klappt prima und ohne irgendwelche Zwischenf?lle. Generell unterschreibe ich allerdings den immer wieder gegebenen Rat: Lassen Sie niemals ihre Kinder zusammen mit Hunden unbeaufsichtigt.


Unz?hlige Hundehalter haben es schon am eigen Leib bzw. Hund erfahren: Es ist schwer, allgemeing?ltige Ratschl?ge zur Hundeerziehung zu geben bzw. diese umzusetzen. Zu viele Faktoren, besonders die Individualit?t von Herr und Hund, k?nnen hier einen Strich durch die Rechnung machen. Und im Falle des Dominanzverhaltens des Hundes ist es besonders schwierig. Schema-F-Tips angelehnt an die klassische vergleichende Verhaltensforschung helfen nicht unbedingt immer weiter. Sonst sehen wir bald auf unseren st?dtischen Hundespielwiesen Herrchen und Frauchen, die ihren Hunden ihr Kinn auf die Kruppe legen um den Vierbeinern ihre Dominanz zu beweisen (angelehnt an das w?lfische Dominanzgebaren). Richtiger und wichtiger ist es sicherlich, schon beim jungen Hund die Weichen f?r ein richtiges Zusammenleben mit dem Menschen zu stellen.


Im Normalfall kommt ein etwa acht Wochen alter Welpe ins Haus, und eine seiner ersten Erfahrungen ist, dass in seinem neuen Rudel keine gleichberechtigten Geschwister leben, sondern dass er von nun an in der Hierarchie an unterster Stelle steht. In diesem Alter wird das keinen Hund gro?artig interessieren, man ist eben der schw?chste und kleinste und genie?t daf?r noch etliche Privilegien. Wenn mit diesem normal veranlagten Hund keine gr??eren Fehler gemacht werden &ndash er also weder antiautorit?r noch mit groben Zwangsma?nahmen erzogen und liebevoll sowie artgerecht gehalten wird - , wird sich dieser Hund innerhalb der Familie problemlos und zufrieden ein- und unterordnen.


Es gibt aber auch Hunde, die schon im Alter von sieben, acht Monaten zeigen, dass sie sich nicht von vornherein mit dem ihnen zugedachten Status innerhalb der Familie zufrieden geben wollen. In diesem Alter, in dem ja gerade eine etwas ernstere Erziehung des Hundes beginnen sollte, zeigen sie sich p?dagogischen Bem?hungen gegen?ber eher bockig. Schon Erlerntes, wie das herankommen auf Zuruf, werden verweigert und im schlimmsten fall werden Herrchen oder Frauchen sogar angeknurrt und es wird nach ihnen geschnappt. Wer dieses Verhalten seines doch noch so jungen Hundes drollig findet und nichts dagegen unternimmt, wird sich ?ber kurz oder lang von dem kleinen Spa?vogel trennen m?ssen. Dieser hat sich n?mlich dann bald zum obersten Boss der Familie erkoren, der keine Befehle mehr annimmt und bald &ndash zumindest wenn es sich um einen gro?en Hund handelt &ndash zur wirklichen Gefahr f?r alle werden kann. Es geht also dann wirklich nicht mehr nur um um Sessel und Sofa betreffende Platzanspr?che oder das Hinausst?rmen aus der T?r, sondern um mit den Mitteln des Hundes vorgetragene Machtanspr?che. Und die Mittel des Hundes k?nnen eben im schlimmsten fall seine Z?hne sein.


Wenn diese Tendenz fr?hzeitig erkannt und durch souver?nes Auftreten und konsequente Erziehung unterdr?ckt worden ist, wird sich der Hund normalerweise in die Familienhierarchie wieder einf?gen. Es kann allerdings bei solchen &bdquoKopfhunden&ldquo, die sich meist durch ein besonderes Selbstvertrauen und ein generell hohes Aggressionspotential auszeichnen, auch dazu kommen, dass sie sich einem Familienmitglied vollkommen unterordnen und die anderen im g?nstigsten Fall gerade einmal tolerieren. Eine solche Konstellation kann sehr schnell f?r alle ?brigen Familienmitglieder zu einer unangenehmen bis gef?hrlichen Sache werden. Jederzeit ist es m?glich, dass der Hund die instabile Rangordnung im unteren Hierarchiebereich in Frage stellt. Au?er mit seinem Herren, der nat?rlich auch das Frauchen sein kann, wird sich niemand mehr mit dem Tier auf die Stra?e wagen. Das F?ttern wird f?r die ?brigen Familienmitglieder zu einem echten Problem, da der Hund schon knurrt, wenn man beim Hinstellen des Napfes die H?nde nicht schnell genug wegzieht, geschweige denn versucht, den Napf in seiner Gegenwart wieder hochzustellen. Wenn es hier der einzigen Person, die der Hund als Autorit?t anerkennt, nicht gelingt, dem Tier eindeutig und absolut klarzumachen, welche Position die seine innerhalb des Familienverbandes ist, muss auch ein solcher Hund abgeschafft werden.


So etwas passier selten. Es gibt zwar eine ganze Menge dominanter Hunde, auch sogenannter Kopfhunde, aber die allermeisten davon sind keine blindw?tigen Bei?maschinen, sondern hinter ihrer harten Schale steckt ein weicher Kern. Auch wenn sie sich manche Dreistigkeit erlauben, lieben sie doch ihre ganze Familie und w?rden f?r diese durch dick und d?nn gehen. Andererseits zeichnen sich solche Hunde gern dadurch aus, dass sie in der Nachbarschaft als Raufer verschrieen sind. Das ist f?r eigentlich alle Parteien recht unangenehm, und besonders wenn wir einen kr?ftigen Hund besitzen, ist es unsere Pflicht, Bei?ereien zu vermeiden. Auch, wenn wirklich ernst ausgetragene, statusbezogene K?mpfe zwischen Hunden gleichen Geschlechts ?u?erst selten sind. Eine wirkliche Motivation f?r einen solchen Kampf, der ohne gr??ere Bei?hemmungen ausgetragen und somit zu schweren Verletzungen f?hren w?rde, ist f?r Hunde, die sich au?erhalb ihres eigenen engen Reviers treffen, kaum gegeben. Der Rivale geh?rt nicht zum engeren Kreis des Familienrudels und so muss keine direkte Rangordnungsfrage gekl?rt werden, die ja dann, im Falle eines Erfolges, auch das Recht beinhaltet h?tte, sich mit einem mit einem in der Hierarchie oben stehenden Rudelmitglied des anderen Geschlechts zu paaren. Solche Konstellationen k?nnen sich nur f?r Hunde ergeben, die rudelartig, also in einer Meute, gehalten werden.. Beispiele w?ren Foxhounds oder Beagles, aber diese Rassen zeichnen sich nun durch eine besondere, vom Menschen erw?nschte und durch Zucht gef?rderte, soziale Vertr?glichkeit aus.


Unter Menschen


Der Hund ist ein Produkt des Menschen. Dieser schuf ihn, indem er das Raubtier Wolf domestizierte und nach seinen Vorstellungen wandelte. So besitzen wir heute ungef?hr 400 Hunderassen.. Diese Hunde bereiten uns Freude und sind uns als Wach-, Jagd-, H?te-, Rettungs-, Blinden-, Begleithunde und vieles mehr unentbehrlich geworden. Allerdings gab es es in der circa 15.000 j?hrigen gemeinsamen Geschichte auch immer wieder Bestrebungen seitens des Menschen, das normale Aggressionsverhalten des Hundes zu steigern. Die Babylonier hielten sich schon vor ?ber 4.000 Jahren Mastiffs, die als Kampfhunde bei milit?rischen Gefechten eingesetzt wurden. Die R?mer z?chteten gezielt Gladiatoren-Hunde f?r die so beliebten Schauk?mpfe in den Circusarenen, und auch heute sch?tzt manch einer Hunde, die weitaus aggressiver sind als ihre Stammv?ter, die W?lfe.


Nat?rliche Sch?rfe, wie sie bei einem Herdenschutzhund, bei einem Wachhund oder einem auch im Notfall einmal zupacken m?ssenden Polizeihund erw?nscht ist, scheint einigen wenigen nicht auszureichen. Die Verhaltensforschung geht von drei Hauptursachen ?bersteigerten aggressiven Verhaltens aus:

a) Dem Triebmodell, nach dem Aggression ein angeborenes instinktives Verhalten ist,

b) b) dem Frustrations-Aggressionsmodell und

c) dem lernpsychologischem Modell.

Bewusst oder unbewusst nutzt nun manch Hundehalter diese &bdquoModelle&ldquo, um sich einen Hund zu formen, der ein besonders hohes Aggressionspotential besitzt, also &bdquoscharf&ldquo ist. Bei Hunden variiert das genetisch mitgegebene Aggressionsverhalten von Tier zu Tier. Von Rasse zu Rasse bzw. Schlag zu Schlag sind die Unterschiede noch gravierender, und auch wenn es manch einer in Frage stellt: Nat?rlich unterscheidet sich das Aggressionspotential zum Beispiel eines Rottweilers oder Bullterriers von dem eines Britischen H?tehundes oder eines Pudels. Dieses bei bestimmten Rassen verst?rkt vorhandene Aggressionsverhalten kann durch Selektion und Zucht von Generation zu Generation noch weiter intensiviert werden. Wenn neben dem ?u?eren Erscheinungsbild als einziges weiteres Zuchtkriterium nur die m?glichst hohe Schutzhund-Pr?fung der Elterntiere steht oder wenn gar zwei verschiedene, sich jeweils durch hohes Aggressionsverhalten auszeichnende Rassen miteinander gekreuzt werden, besitzen zwar nicht alle, bestimmt aber ein gewisser Teil der Nachkommen ein noch h?heres Aggressionspotential als die Elterngeneration. Derartige Hunde m?ssen nun nicht zwangsl?ufig zu blindw?tigen Bei?ern werden. Werden sie artgerecht und liebevoll gehalten sowie konsequent erzogen, k?nnen aus ihnen die besten Begleithunde werden. Allerdings besitzen diese Hunde mehr als andere die Anlagen zu einem aggressiven Verhalten, das nicht au?er Kontrolle geraten darf. Und generell sollte Hunde, die zu den &bdquoscharfen&ldquo Rassen geh?ren auch nur von Leuten gehalten werden, die Hunderfahrung besitzen und diese umsetzen k?nnen. Eine beliebte und &ndash wenn richtig gehandhabt &ndash sicher zweckm??ige M?glichkeit, die Energie solcher Hunde in die richtigen Bahnen zu lenken, ist die Schutzhundausbildung. Hier lernen Hund und Besitzer, wo ihre gemeinsamen M?glichkeiten und Grenzen liegen. Nat?rlich ist f?r den Hund diese Grenze hier recht weit gesteckt, denn er lernt auch, dass der Mensch f?r ihn als Angriffsobjekt nicht v?llig tabu ist. Hier sind Besitzer gefragt, jede diesbez?gliche Verhaltensver?nderung im Aggressionsverhalten des Hundes wahrzunehmen und gezielt &ndash ?hnlich wie schon bei der Problematik des &bdquoKopfhundes im Familienverband&ldquo beschrieben &ndash darauf zu reagieren.


Hundehalter, die meinen, die Sch?rfe solcher Hunde durch weitere, meist sehr fragw?rdige ?bungen noch steigern zu m?ssen und die den zwangsl?ufig daraus resultierenden Schwierigkeiten im Umgang mit ihrem Hund nur mit groben Zwangsma?nahmen begegnen, befinden sich garantiert auf dem falschen Pfad der Hundeausbildung. Werden diese Hunde dann auch noch wenig artgerecht gehalten, kommt das angesprochene &bdquoFrustration-Aggressins-Modell&ldquo zum Tragen, und ein Ungl?ck ist vorprogrammiert. Praxisn?her ausgedr?ckt: Ein on seiner Veranlagung her mannscharf zu machender Hund, der nur mit Stachelhalsband, Schl?gen und Anschreien auf dem Ausbildungsplatz &bdquodressiert&ldquo wird, der zu Hause keinen Familienanschluss besitzt, den Gro?teil seines Lebens im Zwinger oder gar an der Kette verbringt und anderen Hunden und Menschen nur auf dem Ausbildungsplatz begegnet, ist ein gef?hrlicher Hund. Und man kann nur noch sagen: &ldquoWehe, wenn er los gelassen!&ldquo


Den Z?chtern sei empfohlen, sich bei der Zuchtauswahl mit wesensstarken, aber nicht ?bertrieben aggressiven Hunden zu begn?gen. Sie sollten nicht nur auf Mut, Kampf- und Schutztrieb achten, sondern auch die in jedem Hund vorhandenen Eigenschaften wie F?hrigkeit, Anh?nglichkeit und Kinderfreundlichkeit z?chterisch f?rdern. Das Aufwachsen der Welpen und Junghunde in enger Anbindung an die Familie sollte ebenso selbstverst?ndlich sein wie ein sich genaues Anschauen und Hinterfragen der potentiellen K?ufer. Diese wiederum sollten wissen, dass sich ein Hund nur bei artgerechter Haltung, liebevoller Pflege und konsequenter Erziehung problemlos auf Dauer halten l?sst. Zum Beispiel auf dem Ausbildungsplatz wird sich dann zeigen, dass ihre Hunde im Bezug auf die geforderten Leistungen den anderen auf &bdquoKampftrieb&ldquo hin gez?chteten und &bdquoh?rter&ldquo gehaltenen in nichts nachstehen. Niemand braucht noch sch?rfere Jagdterrier, noch reaktionsst?rkere Deutsche Sch?ferhunde oder noch mutigere Bullterrier. Diese Auffassung hat sich schon seit langem bei den weitaus meisten Hundehaltern, Z?chtern, Ausbildungswarten und Vereinfunktion?ren durchgesetzt. Sie sollten auch den Mut haben, den wenigen schwarzen Schafen auf diesem Gebiet zum Wohle aller, aber insbesondere der Hunde selbst, Paroli zu bieten.